Outsiders (Becker)

In seinem 1963 erschienen Buch „Outsiders“ beschreibt Becker die Vorgänge durch die bestimmte Verhaltensweisen kriminalisiert werden. „Moral Entrepeneurs“ (Moralunternehmer) bemühen sich, ein von ihnen wahrgenommenes Übel durch die Schaffung und Durchsetzung von Normen zu verhindern. Die Gruppen, die das neu kriminalisierte Verhalten weiterhin ausüben, werden damit zu „Outsidern“. Durch diese Prozesse werden nach Becker selbsterfüllende Prophezeiungen aktiv.

Hauptvertreter

Howard S. Becker

Theorie

Becker beschreibt in seiner Theorie, wie Verhalten kriminalisiert wird. Wichtig für ihn ist die Grundannahme, dass Kriminalität ein Produkt von Zuschreibung ist. Dieser Prozess ist für Becker auf zwei verschiedenen Stufen selektiv:

  1. Welche Verhaltensweisen kriminalisiert werden, ist selektiv.
  2. Bestehende Normen werden selektiv durchgesetzt. Das heisst, dass nicht alle Normbrüche in gleicher Weise bestraft werden.

Damit jemand zum Abweichler wird, muss sein Verhalten gegen eine bestehende Norm verstoßen und diese Norm muss auch durchgesetzt werden. Für Becker ist nun die Frage interessant, wie bestimmt wird, welche Verhaltensweisen verfolgt werden und welche nicht.
In ”Outsiders” untersuchte Becker Marihuana-Konsumenten und die Versuche von Moralunternehmern (Moral Entrepreneurs) diesen Konsum zu kriminalisieren.
Das Labeln einer bestimmten Tätigkeit als abweichend hat für Becker zwei unterschiedliche Funktionen. Für die Moralunternehmer gibt es eine Rechtfertigung gegen dieses Verhalten vorzugehen und es moralisch zu verurteilen. Für die Outsider allerdings, hat das Label die Funktion identitätsstiftend zu sein. Es findet eine Identifikation mit dem deviantem Label statt, wodurch sekundäre Devianz entsteht (zum Begriff der sekundären Devianz siehe hier). Becker beschreibt diesen Vorgang als selbsterfüllende Prophezeiung.

Kriminalpolitische Implikationen

(siehe: primäre und sekundäre Devianz – Lemert)

Kritische Würdigung und Aktualitätsbezug

Literatur

Weiterführende Informationen